Zwischen Granatäpfeln und Geschichten – Ein Tag in Korkuteli

Korkuteli, 16. September 2025

Die Sonne hängt tief über den Bergen, als wir auf einer staubigen Landstraße ankommen. Links und rechts leuchten die Felder in einem kräftigen Rot: Es ist Granatapfelzeit. Der Duft von reifen Früchten, Erde und leichtem Rauch liegt in der Luft.

 

Heute findet hier das „Nar Festivali“ statt, das traditionelle Granatapfelfest. Ein Dorffest, das jedes Jahr Familien, Nachbarn und Touristen zusammenbringt. Kinder sammeln Früchte, alte Frauen schälen sie mit geübten Händen, Männer pressen Saft in alten Holzbottichen. Es ist laut, bunt, ehrlich.

 

Wir lernen Mustafa, 73, kennen. Ein ehemaliger Lehrer, der nach der Pensionierung zurück auf das Land kam.


„Ich wollte etwas pflanzen, das Geduld braucht“, sagt er. „Der Granatapfel wächst langsam, aber er trägt lange.“


Er erzählt, wie seine Familie früher Granatapfelsirup („nar ekşisi“) über jeden Salat goss. Nicht als Luxus, sondern als Gewürz des Lebens.

 

Neben ihm verkauft Elif, eine junge Frau aus dem Dorf, handgemachten Sirup. Sie mischt die Frucht mit Honig und Olivenöl. „Damit pflegte meine Großmutter ihre Hände nach der Ernte „gegen die Sonne“, erzählt sie lächelnd.

 

Am späten Nachmittag entsteht ein kleines Festessen unter den Bäumen:
Bulgur, Auberginen, Tomaten, frisches Brot. Alles aus dem eigenen Anbau.
Kinder tragen Körbe voller Früchte, die Sonne fällt golden auf die rot gesprenkelten Hände der Pflücker.

 

Was bleibt:

In Korkuteli zählt nicht der Ertrag, sondern das Teilen.
Jede Frucht, jede Hand erzählt eine Geschichte vom Wachsen, Warten und Wertschätze. Ein wunderschöner Tag mit vielen Erinnerungen geht zu Ende.

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