Olivenblatt-Tee wird aus getrockneten Blättern des Olivenbaums gewonnen. Der Hauptwirkstoff ist Oleuropein – ein Polyphenol mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Ein täglich gebrühter Tee ist regelmäßiger Bestandteil eines bewussten Alltags ein natürlicher Begleiter. Zubereitung: 2–3 g getrocknete Olivenblätter auf 250 ml Wasser bei 85 °C, 7–8 Minuten ziehen lassen.
Olivenöl kennt jeder. Aber dass derselbe Baum, der die Olive trägt, auch eines der interessantesten Heilkräuter des Mittelmeerraums liefert, ist weniger bekannt. Dabei nutzen Menschen in der Ägäis und im Nahen Osten Olivenblätter seit Jahrhunderten – als Sud, als Aufguss, als Teil einer Alltagsküche, die Genuss und Gesundheit nie als Gegensätze verstanden hat.
Olivenblatt-Tee ist heute das Herzstück von Ölich – nicht trotz, sondern weil es ein Produkt ist, das erklärt werden möchte.
1. Was ist Olivenblatt-Tee?
Olivenblatt-Tee besteht aus getrockneten Blättern des Ölbaums (Olea europaea). Die Blätter werden geerntet, schonend getrocknet und dann als Tee aufgebrüht – genauso wie klassische Kräutertees.
Bei Ölich stammen die Blätter aus der Region Edremit in der Türkischen Ägäis – derselben Region, aus der auch unser Olivenöl kommt. Die Blätter werden im selben Familienanbaugebiet geerntet, das seit 1785 in Familienbesitz ist. Das ist kein Marketingversprechen, sondern der einfache Grund, warum wir wissen, was in unseren Blättern steckt: Wir kennen die Bäume.
2. Die wichtigsten Wirkstoffe
Der Olivenbaum produziert in seinen Blättern konzentriert, was im Öl nur in kleinen Mengen vorkommt: Polyphenole der höchsten Güte.
Der Hauptwirkstoff ist Oleuropein – ein sekundärer Pflanzenstoff, der dem Olivenbaum selbst als Schutz gegen Schädlinge, UV-Strahlung und Bakterien dient. Im menschlichen Körper entfaltet er antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften (Barbaro et al., International Journal of Molecular Sciences, 2014).
Daneben enthält Olivenblatt-Tee Hydroxytyrosol – ein Abbauprodukt des Oleuropeins, das als eines der potentesten pflanzlichen Antioxidantien gilt – sowie Elenolsäure, Lutéolin und weitere Flavonoide.
3. Was sagt die Wissenschaft?
Die bekannteste klinische Studie zu Olivenblatt-Extrakt ist die Arbeit von Susalit et al., 2011 im Fachjournal Phytomedicine veröffentlicht: 232 Patienten mit Bluthochdruck (Stufe 1) erhielten entweder Olivenblatt-Extrakt (500 mg zweimal täglich) oder das Blutdruckmedikament Captopril. Ergebnis: Beide Gruppen zeigten vergleichbare Reduktionen des systolischen und diastolischen Blutdrucks. Die Autoren bezeichnen Olivenblatt-Extrakt als wirksame Behandlungsoption bei leichtem Bluthochdruck.
Eine weitere Studie von Perrinjaquet-Moccetti et al. (Phytotherapy Research, 2008) untersuchte Olivenblatt-Extrakt bei eineiigen Zwillingen mit Borderline-Hypertonie: Die Supplementierung führte zu einer signifikanten Senkung des systolischen Blutdrucks im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Was die Forschung auch zeigt: Der antioxidative Schutz durch Oleuropein ist gut belegt – mit messbaren Effekten auf oxidativen Stress und Entzündungsmarker (Barbaro et al., 2014).
Wichtige Einordnung: Der Tee ist kein Arzneimittel und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Wer Bluthochdruck medikamentös behandelt, sollte Ernährungsänderungen immer mit seinem Arzt besprechen.
4. Zubereitung – so gelingt Olivenblatt-Tee richtig
→ Wassertemperatur: 85 °C, nicht kochendes Wasser (100 °C). Zu hohe Temperaturen können empfindliche Polyphenole abbauen.
→ Menge: 1 gehäufter Teelöffel (ca. 2–3 g) auf 250 ml Wasser. Wer einen kräftigeren Aufguss möchte, nimmt 3–4 g.
→ Ziehzeit: 7–8 Minuten. Kürzer ergibt einen milderen, weniger bitteren Geschmack. Länger zieht mehr Wirkstoffe, aber auch mehr Bitternoten.
→ Gefäß: Eine Glaskanne oder ein Teesieb aus Edelstahl – kein Kunststoff, der den Geschmack beeinflussen kann.
→ Häufigkeit: 1–2 Tassen täglich ist eine gängige Empfehlung für den Alltagsgebrauch.
Tipp: Olivenblatt-Tee schmeckt warm und kalt – als Eistee im Sommer mit einer Scheibe Zitrone ist er überraschend erfrischend.
5. Geschmack – was erwartet mich?
Olivenblatt-Tee ist kein süßer Wellness-Tee. Er ist herb, leicht bitter und hat eine dezente Erdigkeit, die an getrocknete Kräuter aus dem Mittelmeer erinnert. Wer zum ersten Mal trinkt, ist manchmal überrascht – nicht unangenehm, aber charakterstark.
Mit der Zeit schätzen viele genau diese Direktheit. Kein Aroma, keine künstliche Note. Nur das, was in den Blättern steckt.
Wer den Einstieg sanfter mag, kann den Tee kürzer ziehen lassen oder einen Löffel Honig hinzufügen. Beides verändert den Charakter – aber bewahrt das Wesentliche.
6. Gibt es Nebenwirkungen?
Olivenblatt-Tee gilt allgemein als gut verträglich. In der zitierten Susalit-Studie (2011) wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet.
→ Blutdrucksenkende Wirkung: Wer bereits Blutdruckmedikamente nimmt, sollte die Kombination mit dem Arzt besprechen – eine additive Wirkung ist möglich.
→ Schwangerschaft und Stillzeit: Keine ausreichenden Daten vorhanden. In diesen Phasen lieber auf den Tee verzichten oder vorher mit dem Arzt sprechen.
Wer täglich 1–2 Tassen trinkt, ohne Vorerkrankungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten, bewegt sich in einem gut verträglichen Bereich.
Was bleibt
Der Olivenbaum ist seit Jahrtausenden ein Symbol für Stärke und langes Leben – und das nicht ohne Grund. Seine Blätter stecken voller Stoffe, die der Baum selbst für sein Überleben braucht. Dass wir davon profitieren können, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langen, ehrlichen Beziehung zwischen Mensch und Baum.
Ölich Olivenblatt-Tee kommt aus derselben Region, von denselben Bäumen, unter denselben Händen geerntet wie unser Olivenöl. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten – Herkunft, Erntesaison – finden Sie alles auf oelich.com.
Quellen:
Susalit E. et al. (2011). Olive (Olea europaea) leaf extract effective in patients with stage-1 hypertension: comparison with Captopril. Phytomedicine, 18(4), 251–258.
Perrinjaquet-Moccetti T. et al. (2008). Food supplementation with an olive (Olea europaea L.) leaf extract reduces blood pressure in borderline hypertensive monozygous twins. Phytotherapy Research, 22(9), 1239–1242.
Barbaro B. et al. (2014). Effects of the Olive-Derived Polyphenol Oleuropein on Human Health. International Journal of Molecular Sciences, 15(10), 18508–18524.

